Predigt Sendungsgottesdienst am 5.2.2017

Liebe Gemeinde!
Der heutige Sendungsgottesdienst bietet uns die Gelegenheit innezuhalten und zu sehen, wie unsere Arbeit in der Gemeinde Kreise zieht.
Der Gottesdienst zeigt uns, dass wir nicht alleine unterwegs sind, sondern mit vielen anderen vereint sind, um an der Gemeinde Christi mitzubauen. Es ist schon faszinierend, wie breit gefächert unser Engagement ist.

Das Bild von den Kreisen finde ich sehr anschaulich. Es zeigt uns nämlich, dass alles, was wir tun, Wirkung zeigt. Wie in dem Lied, was wir vorhin gesungen haben: „Und ist er noch so klein, er zieht doch weite Kreise.“
Das will uns in diesem Gottesdienst ermutigen. Denn vielleicht denken wir: „Mein Einfluss ist sehr klein. Ich kann nur wenig erreichen.“ Dann ermuntert uns das Bild von den Kreisen, die sich immer weiter ausbreiten, nicht zu klein von sich zu denken.
Jede und jeder ist wichtig und wird gebraucht im Leib Christi. Jedes Talent und jeder Einsatz unterstützt das Wachstum in unserer Gemeinde. Gerade die Vielfalt macht die Attraktivität in unserer Gemeinde aus. Wenn alle nur in einem Bereich tätig wären, würde das Kreuz hier oben schief hängen. Nein, es kommt auf eine gesunde Mischung und Ausgewogenheit an. Nur gemeinsam sind wir stark.
Jedes Arbeitsfeld zieht Kreise, auch wenn man das im Alltag gar nicht immer so festzustellen meint. Von daher sind Gelegenheiten wie der heutige Gottesdienst sehr wohltuend, um uns das noch einmal zu verdeutlichen.

Alles, was wir tun, hat Auswirkungen. Das heißt natürlich auch, dass auch das Negative wie Streit, Zank oder Hader Schwingungen erzeugen, die eine negative Außenwirkung auf Menschen haben. Das müssen wir uns bewusst machen.
Dann kann sich nämlich die Liebe Christi nicht richtig ausbreiten, sondern bleibt irgendwo hängen oder verebbt sogar nach einer gewissen Zeit. Das wäre schade, denn Christus möchte, dass seine Liebe ungehindert die Herzen der Menschen erreicht.
Von daher ist der heutige Tag auch eine gute Gelegenheit innezuhalten, um zu sehen, wo in unserem Leben oder in unserer Gruppe Dinge sind, die unsere Kreise einengen oder sogar stören. Wie gesagt möchte Christi Liebe sich gleichmäßig und über eine Strecken ausbreiten. Die Liebe Gottes treibt uns an, den anderen anzunehmen, ihm zu verzeihen und ihn nach Leibeskräften zu unterstützen. Das gilt natürlich auch für andere Gruppen oder Bereiche in unserer Gemeinde.

Die heutige Schriftlesung vom Salz und vom Licht macht uns Jesus deutlich, dass wir nicht für uns bleiben sollen, sondern unseren Glauben wirken zu lassen.
Wir Christen sind das Salz der Erde. Wir sind das Licht der Welt, teilt uns Jesus mit. Wenn wir von Jesu Liebe und von seiner Frohen Botschaft ergriffen sind, können wir gar nicht anders, als diese an die Menschen in unserer Umgebung weiterzugeben.
Das Licht leuchtet automatisch. Man kann seine Wirkung höchstens mindern, indem man es in die hinterste Ecke stellt. Das ist aber nicht der Sinn der Sache. Das Licht will leuchten und das Salz will würzen.
Darum kann man den Glauben und die Liebe Gottes auch nicht in eine Konserve hineinpacken und bei Bedarf hervorzaubern. Nein, Gott schenkt uns beides in großzügiger Weise. Martin Luther sprach deshalb von Gott als einem Backofen voller Liebe. Gott ist nicht geizig, sondern beschenkt uns in geradezu verschwenderischer Weise.
Von daher sind die Impulse, die wir in unserem Leben als Christen und in der Gemeinde setzen, nie einmalig, sondern vielfältig. Das Bild von den Kreisen ermutigt uns, nie nachzulassen, sondern immer wieder neue Impulse zu setzen, damit unsere Liebe und unser Glauben Kreise zieht.
Dies wird, wie gesagt, nicht ohne Wirkung bleiben. Das schenkt uns einen langen Atem und bewahrt uns vor davor, allzu schnell zu resignieren.

So wünsche ich uns, dass wir in diesem Jahr viele schöne und erfüllende Erfahrungen in unserem Dienst in der Gemeinde machen. Dass wir zufriedene und glückliche Gesichter sehen. Das wir wertgeschätzt werden und mit Dank bedacht werden.
Möge unsere Arbeit ungehindert Kreise ziehen und viele Menschen mitnehmen in unseren Kreis. Möge unser Herz brennen für Gottes Liebe und diese Liebe auch die Herzen der Menschen in unserer Umgebung erfassen. Oder um es mit den Worten unseres Liedes zu beschreiben: „Wo Gottes große Liebe in einen Menschen fällt, da wirkt sie fort in Tat und Wort, hinaus in unsre Welt.“ Amen.

Pfarrer Martin Gohlke

 

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