Unterwegs in der Oberlausitz vom 14. - 17. Juni 2018

Vermutlich hätten die wenigsten von uns erraten können, wo ein Mathelehrer eine ungewöhnliche und erfolgreiche Idee hatte, wo zumindest auf dem Friedhof alle Menschen gleich sind, und wo man ohne mühsame Pilgerreise das Heilige Grab finden kann! Aber der Reihe nach: Am 14. Juni brach unsere Gruppe mit 21 Teilnehmern unter der Leitung von Pfarrerin Gommel-Packbier in die Oberlausitz auf. Historisch bedingt hatte sich hier eine konfessionelle Vielfalt entwickelt: Lutheraner, Katholiken und Herrnhuter lebten und leben hier friedlich nebenund miteinander. Unter sachkundiger Führung von Dipl.- Historiker Lothar Schulz besichtigten wir als erstes in Leipzig die Thomaskirche und den Alten Markt. Weiter ging’s nach Bautzen. Unser Hotel lag direkt am historischen Zentrum dieses wunderschön renovierten Städtchens! Das war unser Standort, von dem aus wir unsere Ausflüge in die Umgebung machten. So besichtigten wir am zweiten Tag das Zisterzienserinnen-Kloster Marienstein aus dem 13. Jh., ein großes, schön renoviertes Anwesen. Auch in Görlitz sind die meisten Bürgerhäuser inzwischen prachtvoll renoviert! Ungewöhnlich: Die Nachbildung des Heiligen Grabes! Dazu kam es, weil die Menschen im Mittelalter dem Kreuzigungsort nahe sein wollten ohne die Beschwerden einer Pilgerreise! Über die Neißebrücke kann man heute ganz einfach in die Schwesterstadt Zgorzelec spazieren. Wer hätte sich das zur Zeit des Kalten Krieges vorstellen können! So viel gesehen und gelernt – am Abend durften wir uns in einem sorbischen Restaurant mit einer sorbischen Kulturgruppe entspannen! In den dritten Tag starteten wir wieder mit einer Morgenandacht, die Frau Gommel- Packbier immer unterschiedlich, kreativ und fröhlich gestaltete! Danach ging’s ins Zisterzienser-Kloster Marienthal an der Neiße. Wir passierten einige sorbische Dörfer. Alles ist hier zweisprachig.  Besonders beeindruckend der Friedhof: Alle Gräber sind hier gleich! Wir fuhren weiter nach Herrenhut. Hierfanden Glaubensflüchtlinge aus Böhmen Zuflucht auf dem Gut des Grafen Zinzendorf. Eine Pfarrerin gab uns Einblick in das Leben der Brüdergemeinde und führte uns über den Gottesacker. Der Kirchensaal war für die meisten von uns in seiner Schlichtheit ungewohnt, die Singstunde, an der wir teilnehmen durften, fröhlich. Natürlich warfen wir auch einen Blick in die berühmte Manufaktur der Sterne, deren Konstruktion sich aus der Aufgabe eines Mathematiklehrers entwickelte! Am vierten Tag hieß es Abschied nehmen; allerdings wartete noch ein Höhepunkt auf uns: Der Gottesdienst in der Dresdner Frauenkirche! Müde, aber sehr zufrieden und dankbar kamen wir mit unserem Fahrer, der uns zweimal sicher und ruhig quer durch Deutschland gebracht hatte, am Sonntagabend (17.06.2018) wieder in Wickrathberg an.

Helga & Hans-Detlef Leppert

 

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© Evangelische Kirchengemeinde Wickrathberg