Predigt zur Leitidee unserer Gemeinde 2017

Die Leitidee unserer Gemeinde:
Wir sind eine evangelische Gemeinde, die Jesus ChristusC in der Mitte hat.
Deshalb wollen wir

  • konsequent in seiner Nachfolge leben,
  • den Glauben der Menschen wecken und stärken,
  • offen und ehrlich miteinander umgehen und für einander da sein,
  • eine lebendige Gemeinschaft von Jung und Alt sein,
  • „Der Stadt Bestes suchen“ (Jeremia 29,7),
  • den ökumenischen Dialog mit anderen Konfessionen konstruktiv fortsetzen.

Diese Leitidee 2002 wurde verabschiedet im Prozess Visionen erden.

Jesus Christus ist in der Mitte von ihm geht alles aus: Unser Glauben, unser Christsein, das Handeln in der Gemeinde und in der Kirche, Christus ist zentral.

Er ist in unser Leben getreten und bestimmt all unser Tun. Er ist unsere Kraftquelle, unser Trost und unsere Hoffnung.

Von Christus gehen weitere Kreise aus. Immer weiter in die Gemeinde und in die Welt. Der erste Kreis betrifft uns und unsere Nachfolge. Es heißt hier „konsequente Nachfolge“ und nicht einfach „Nachfolge“. Unsere Nachfolge soll also Folgen zeigen. Sie soll nachhaltig und ernsthaft sein. Die Menschen in unserer Umgebung sollen sehen, was uns der Glaube bedeutet.

Dieser Glaube an Jesus Christus ist aber nicht unser Besitz, sondern ist ein solch wunderbares Geschenk, dass auch andere ihn kennenlernen sollen. Vom Glauben wecken ist darum die Rede. Und gleichzeitig vom Glauben stärken.

Damit sind also die Außenstehenden gemeint und gleichzeitig die Kerngemeinde. Die Außenstehenden sollen für den Glauben begeistert werden. Das ist eine Aufgabe, die immer aktuell ist und bei der es keinen Stillstand gibt. Unser Glauben soll so attraktiv sein, dass neue Menschen für ihn gewonnen werden. Hier ist jede und jeder von uns gefragt. Größere Aktionen allerdings müssten auf mehrere Schultern verteilt werden. Denn alleine kann man zu wenig erreichen.

Dass die Kerngemeinde nicht vernachlässigt werden darf, versteht sich von selbst. Sie will in ihrem Glauben gestärkt werden und begleitet werden. Aber sie ist nach unserem Leitbild eben nicht alles. Die Menschen an den Rändern für den Glauben und für die Gemeinde zu gewinnen, wird in der Zukunft noch wichtiger werden.

„Offen und ehrlich miteinander umgehen und für einander da sein“ ist in diesen Tagen, in denen von alternativen Fakten und von Fake News gesprochen wird, topaktuell. Wie viel Unsicherheit tut sich im Augenblick breit in der Welt!

Da ist es gut, unser Leitbild zu hören und es ernstzunehmen. Das schafft Vertrauen und Verlässlichkeit in unserem Leben und in der Kirche.

Ich denke, das große Plus in unserer Gemeinde ist die gute Vernetzung untereinander. Wie dankbar bin ich, wenn ich höre, dass jemand im Krankenhaus liegt und ich ihn besuchen kann. Das voneinander Wissen ist ein Geschenk, das wir nicht hoch genug einschätzen können.

„Eine lebendige Gemeinschaft von Jung und Alt sein“ ist sicher etwas, was bei uns in Ansätzen erreicht ist, aber nicht dauernd stattfindet. Bei besonderen Anläsen wie beim Trödelmarkt in Wickrathberg oder beim Krimi-Dinner in Wickrath denkt man im Stillen: Wenn es immer so wäre. Da haben wir noch einiges vor uns, jung und alt zusammenzubringen.

„Der Stadt Bestes suchen“ hat eine lange Tradition in unserer Gemeinde. Der Gemeindeladen, von dem ja heute Vormittag die Rede sein wird, ist da ein wichtiges Bindeglied. Der Treffpunkt an der Lisztstraße ist ein Gebäude der Stadt. Die Ökumenische Kooperative ist dort Gast und bringt sich seit 20 Jahren für die Menschen im Musikerviertel ein. Nachbarschaftstreffen in Zusammenarbeit mit der AWO oder die Aktion 55 + sind in dem Geist entstanden, das Beste der Stadt zu suchen.

Den Ökumenischen Dialog mit anderen Konfessionen konstruktiv fortzusetzen ist etwas, was gewachsen ist im Laufe der Jahre. Es ist erst einige Jahrzehnte her, dass Schulhöfe aufgeteilt waren in ev. und kath. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei.

Die Zusammenarbeit mit der kath. Pfarrgemeinde ist vertrauensvoll und gut. Vieles, wie die ökumenischen Gottesdienste, haben eine lange Tradition. Aus Erfahrung weiß ich, dass dies nicht selbstverständlich ist. Neues wie die ökumenischen Passionsandachten ist dazugekommen. Ein Highlight in diesem Jahr wird sicher der Kreuzweg von Odenkirchen nach Wickrathberg werden. Vieles ist heute möglich, was vor Jahren undenkbar erschien.

Schauen wir unser Leitbild an, dann stellen wir fest, dass wir in vielen Punkten auf einem guten Weg sind. Bei manchen Zielen hinken wir noch hinterher und müssen vielleicht noch den richtigen Packan finden. So ist unser Leitbild zugleich Korrektiv wie Ansporn für unser Tun in der Gemeinde. Zentral für mich ist aber, dass nicht wir die Kirche machen oder sie sogar retten müssten, sondern dass Jesus Christus in unserer Mitte ist. Er ist unser Herr, an dem wir uns orientieren und der uns Kraft gibt im Glauben. Mit unserer Kraft allein können wir nicht viel ausrichten, mit ihm an der Seite aber können wir viel erreichen in der Zukunft. Amen.

Pfarrer Martin Gohlke

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